Die Pflege ist das A und O

Handgebaute Violine von Lisa Hellmich

Stradivari und Guarneri Instrumente beweisen, dass bei guter Pflege Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass, mehrere Jahrhunderte überdauern können. Welche Faktoren dabei eine wichtige Rolle spielen und und wie du dazu beitragen kannst, dass dein Instrument in einem hervorragenden Zustand bleibt, erfährst du hier:

1. Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Mein Expertenrat, um langfristig eine gute Klangqualität zu gewährleisten ist es Luftfeuchtigkeit und Temperatur immer im Auge zu behalten. Gerade wenn du viel auf Reisen bist und deine Geige beispielsweise starken klimatischen Schwankungen ausgesetzt ist, ist ein Hochwertiger Kasten Vorraussetzung.

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit wirkt sich nicht nur auf das Instrument, sondern auch auf den Bogen und insbesondere auf das Bogenhaar aus. Dadurch, dass Holz und Haare die Feuchtigkeit aufnehmen, leidet auch der Klang.

Ein Hygrometer kann helfen, die Luftfeuchtigkeit realistisch einzuschätzen und diese gegebenenfalls auszugleichen. Der Optimalbereich Für Geige und Bogen (ich verwende auch in Zukunft stellvertretend für alle Streichinstrumente immer eines aus dieser Gruppe) liegt zwischen 50%-60%

Tips, was zum Ausgleichen der Luftfeuchtigkeit hilft, erhältst du auch in meinem Youtube Video:

Youtubevideo zum Thema Streichinstrument richtig pflegen

2. Instrument richtig reinigen

Es ist ganz natürlich, dass das Kolophonium, das auf den Bogen aufgetragen wird, sich auf Saiten und Lack von Bogen und Instrument absetzt. Es handelt sich dabei nicht um „gewöhnlichen Staub“, sondern um ein, aus Baumharz gewonnenes, klebriges Material, das zu teilen auch im Lack enthalten sein kann. Dadurch wird es, sofern das Kolophonium nicht nach jedem Spielen entfernt wird, irgendwann fast unmöglich es zu entfernen, ohne den Lack mit anzugreifen.

In diesem Fall hilft nur eine professionelle Reinigung vom Geigenbauer. Um sicher zu gehen, dass das Kolophonium den Lack nicht schädigt, rate ich dir ein weiches Stofftuch (Ideal Baumwoll oder Brillenputztuch) in deinem Kasten zu deponieren und dein Instrument regelmäßig damit zu reinigen.

Bitte niemals Chemikalien dafür verwenden, denn Lacke können sowohl auf Öl-, Alkohol- oder Wasserbasis bestehen und sich mit einem dieser Stoffe ablösen.

Ähnlich verhält es sich mit Handschweiß. Solltest du stark transpirieren, wische auch den Bogen sowie betroffene Stellen mit einem Tuch trocken.

EXTRA: Wusstest du, dass Kolophonium nach ca 3-4 Jahren seine Klebfähigkeit verliert und deinen Bogenhaaren eher schadet als dein Spiel zu erleichtern? Ebenso gibt es verschiedene Kolophonien (für Allergiker und welche, die weniger Staub produzieren). Gehe auch lieber sparsam beim Auftragen damit um, denn zu viel Kolophonium macht den Klang kratzig und begünstigt die Staubbildung.

Youtubevideo zum Thema Instrument reinigen

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